Presse-Information

029/2002

 

Fahrgestelle der Oberweißbacher Bergbahn gehen auf Reisen in die Schweiz

(Mellenbach, 11. Februar 2002) Eine weite Reise haben am Montag die Fahrgestelle der Oberweißbacher Bergbahn einschließlich der kompletten Güterbühne angetreten: per Spezialtransporter werden sie zur Aufarbeitung beim Seilbahnspezialisten Doppelmayr in Thun/Schweiz transportiert.

In den Fahrgestellen befinden sich - äußerlich nicht sichtbar - die wichtigsten Sicherheitsvorrichtungen der Bahn. Die Aufgabe erfordert daher höchste Präzision. So müssen beispielsweise die Fangbremsen und ihr komplizierter Auslösemechanismus, der bei Seilriss das Fahrzeug selbsttätig sicher zum Stehen bringt, originalgetreu und vor allem funktionssicher rekonstruiert werden. Allein der Auslösemechanismus besteht aus Fliehkraftreglern, Hebeln, Gestängen, Zahn- und Kettenrädern, Rutschkupplungen, Blatt- und Spiralfedern sowie Spindeln mit Rechts- und Linksgewinde. Diesen Mechanismus gilt es genauestens aufeinander abzustimmen.

Die Komplexität der Aufgabe war auch Grund dafür, dass Mitbewerber um den Auftrag frühzeitig aufgaben und dem Spezialunternehmen für Standseilbahnen das Feld überließen. Die Firma Doppelmayr Seilbahnen AG - einer der weltweit größten Hersteller - kann auf über 100jährige Erfahrungen verweisen. In Deutschland gehören beispielsweise die 1907 erbaute und 1997 erneuerte Standseilbahn in Heidelberg, die 1996 mit neuen Fahrzeugen ausgestattete Seilbahn im sächsischen Augustusburg oder die eigenwillige kleine Seilbahn im Kurort Waldbronn/Schwarzwald zu den ingenieurtechnischen Zeugnissen des Unternehmens. Auch für die Firma Doppelmayr stellt der Auftrag der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS) eine Herausforderung dar, da zwar der Mechanismus bekannt ist, die Größe der Fahrwerke jedoch erheblich aus dem gewohnten Rahmen sonstiger Standseilbahnen fällt.

Ziel ist es, die Fahrgestelle bis zum Jahresende fertig zu stellen. In der Zwischenzeit laufen die Sanierungs- und Ausbauarbeiten an den Gleisanlagen der Bergbahn und der Schwarzatalbahn. Auch an den Bahnhöfen wird in diesem Jahr Hand angelegt, um sie zur Wiedereröffnung des rund 30 Kilometer langen regionalen Netzes Ende 2002/Anfang 2003 in frischem Glanz erstrahlen zu lassen.

 

Renate Wicher
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