Betrieb

Lokomotiven

Die ersten, nach der Betriebseröffnung eingesetzten Lokomotiven waren die preußischen T 15 der Bauart Hagans. Diese Maschinen eigneten sich durch ihre Konstruktion besonders gut für die krümmungs- und steigungsreiche Strecke. Allerdings war es gerade der große Wartungsaufwand, der schon frühzeitig dazu führte, daß diese Loks ersetzt wurden.
Die Nachfolge traten die preußischen Tenderlokomotiven der Gattung T 14 und T 14.1, die späteren Baureihen 93.0-4 und 93.5-121 an.

 

 

 

(Bild: Sammlung U.Hausen, aus Michael Kurth, Die Oberweißbacher Bergbahn)

 

Dampflok der Baureihe 93

Die 93er bewährten sich so gut, daß sie bis Anfang der 70er Jahre auf der Schwarzatalbahn im Einsatz blieben.
Als 1968 die als Ersatz gedachte Baureihe 83.10 zur Verfügung stand, konnte man immer noch nicht auf die Dienste der 93er verzichten. Es zeigte sich nämlich, daß die Baureihe 83.10 den in sie gesetzten Erwartungen nur unzureichend gerecht wurde. Sie verkehrten bis 1972, das Jahr, in dem im Bw Saalfeld die 83 1010 als letzte Lokomotive dieser Baureihe ausgemustert wurde. Insgesamt waren 15 Loks dieser Baureihe in Saalfeld beheimatet (BR 83 1004, 1005, 1006, 1008, 1009, 1010, 1011, 1012, 1013, 1014, 1015, 1016, 1017, 1019, 1022).
Zur Unterstützung wurden zeitweise noch Lokomotiven der Baureihe 86 aus dem Erzgebirge zur Schwarzatalbahn umbeheimatet. Nachgewiesen ist die Stationierung der Lok 86 205.
Die zahlreichen Sonderzüge auf der Schwarzatalbahn wurden auch mit Schlepptenderloks befördert. So kamen vor ihnen Loks der Baureihe 38, 41 und 58 zum Einsatz. Im Regelbetrieb waren es jedoch immer wieder die preußischen Tenderlokomotiven, die man vor den Zügen antreffen konnte.
Beachtenswert ist, daß in einer Mitteilung der Bahnmeisterei Sitzendorf vom 20. Juli 1953 Bedenken gegen den Einsatz von Loks der BR 58 angemeldet wurden, da diese Loks den Oberbau der zahlreichen 180m Kurven negativ beeinträchtigen würde. Bereits ein Jahr zuvor kritisierte die Bahnmeisterei Sitzendorf nach dem Einsatz der BR 38 am 20./21. Dezember 1952, daß der Einsatz dieser Baureihe auf der Strecke der Schwarzatalbahn nicht zulässig ist.
Mit Beginn der Traktionsumstellung im Jahre 1971 kamen dann erstmals Diesellokomotiven der Baureihe 110 auf der Schwarzatalbahn zum Einsatz. Mit ihrer Motorleistung von 1000 PS konnten sie die Dampflokomotiven jedoch nicht vollständig ablösen. Schwere Güterzüge wurden zumeist von 93ern nachgeschoben. Als jedoch ausreichend Maschinen der BR 110 zur Verfügung standen, konnte man auf die Dampflokomotiven gänzlich verzichten. Jetzt setzte man die Dieselloks teilweise in Doppeltraktion2 zur Bewältigung der gestiegenen Zuglasten ein. Eine weitere Verbesserung brachten die Loks der BR 110 mit Stufengetriebe. So konnte die Zuglast im Langsamgang auf 280 Tonnen erhöht werden.

 

Diesellok der Baureihe 202 / 204

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In den Jahren 1981 bis 1983 wurden einige Maschinen der BR 110 im Reichsbahnausbesserungswerk Stendal mit stärkeren Motoren mit 1200 und 1400 PS Leistung ausgerüstet. Diese Loks erhielten die Baureihenbezeichnungen 112 (heute BR 202) und 114. Durch diese Leistungssteigerung entstand eine den Ansprüchen der Schwarzatalbahn gewachsene Lokbaureihe.
Vor schweren Güterzügen setzte man auch Loks der Baureihe 131 und 132 ein. Allerdings durften diese Loks auf Grund ihrer Achslast von 20,5 Tonnen nur bis Sitzendorf verkehren. Die weitere Strecke bis Katzhütte ist, bedingt durch die zahlreichen Brücken, nicht für diese hohen Achslasten ausgelegt. Schwere Güterzüge verkehrten auch mit zwei Loks dieser Baureihe.

 

Diesellok der Baureihe 219

Bedingt durch Umbeheimatungen speziell der BR 114 und 119 kamen mehr und mehr auch die Diesellokomotiven der BR 119 (heute BR 219) auf der Schwarzatalbahn zum Einsatz. Inzwischen haben sie fast den gesamten Zugverkehr übernommen. Ihr großer Vorteil ist die elektrische Zugheizung. Nun konnte man auf das zeitaufwendige Ergänzen des Speisewassers für den Dampfheizkessel verzichten.
Der Rückgang der Fahrgastzahlen Mitte der 90er Jahre verschlechterte die Effizienz der lokbespannten Reisezüge. Um dem zu begegnen, setzt die Deutsche Bahn AG zunehmend auf den Triebwagenbetrieb. So verkehrten auf der Schwarzatalbahn die Triebwagen der Baureihe 628 im Wechsel mit lokbespannten Zügen. Es ist abzusehen, daß der Triebwageneinsatz noch ausgeweitet wird.

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