Betrieb

Verkehrsentwicklung

Die Inbetriebnahme der Schwarzatalbahn wurde von der ortsansässigen Glas- und Porzellanindustrie sehr begrüßt. Bisher mußten die Waren über die Straße nach Großbreitenbach befördert werden und konnten erst dort auf die Bahn umgeladen werden. Nach dem Bau der Schwarzatalbahn bestand nun eine direkte Bahnverbindung. Dies führte wie überall zu einem Aufblühen der Wirtschaft.
Parallel zum Güterverkehr entwickelte sich auch der Personenverkehr. Im Winterfahrplan 1915/16 gab es zwischen Rottenbach und Königsee sechs und zwischen Rottenbach und Katzhütte vier Personenzugpaare. Die Reisezeiten betrugen zwischen Rottenbach und Königsee etwa 30 Minuten und zwischen Rottenbach und Katzhütte etwa 90 Minuten. Allerdings gab es zwischen Rottenbach und Katzhütte auch Personenzüge, die lediglich 70 Minuten unterwegs waren.
Die folgenden Daten wurden dem Telegrammbrief zur Fahrplananordnung Nr. 57 vom 10.05.1955 entnommen, der im Schuppen des Bf. Köditzberg von uns gefunden wurde. Er trägt den Stempel der Rbd Erfurt gezeichnet von H. Munk. Der Eingangsstempel des Bf. Köditzberg vermerkt den 14.5.1955.
Für die Bedienung des Ferienzugverkehrs verkehren wie im Vorjahr P 912 S Leipzig-Katzhütte und P 911 S Katzhütte-Leipzig.
Gmp 8590 und 8591 Rottenbach-Königsee-Rottenbach werden in Personenzüge umgewandelt.

Überleitungsbestimmungen vom alten zum neun Fahrplan in der Nacht vom 21. zum 22.Mai 1955:
N 8526 verkehrt in dieser Nacht bis Rottenbach in den alten Zeiten, ab Rottenbach im neuen Fahrplan,
Lz 12 509 B fährt in dieser Nacht in den alten Zeiten,
N 8584 verkehrt in dieser Nach durchweg in den alten Zeiten.
Änderung im Bildfahrplan Blatt 5 und im Buchfahrplan Heft 5a:
Leig 5857 Saalfeld (Saale)Katzhütte und
Leig 5858 Katzhütte-Saalfeld (Saale) werden Bedarfszüge.

Eine Besonderheit waren die mit Dampflokomotiven der BR 93 bzw. BR 83.10 bespannten sonntäglichen Doppelstockzüge (P5042/5043) von Leipzig nach Katzhütte. Auf dem stark ansteigenden Abschnitt Köditzberg-Schwarzburg mußten diese Zügen nachgeschoben werden.
Der Rückgang im Personenverkehr veranlaßte die Deutsche Reichsbahn den Bahnbetrieb zwischen Köditzberg und Königsee am 31. Dezember 1972 einzustellen. Anschließend wurde die Strecke abgebaut.
Bis in die 80er Jahre hinein verkehrten planmäßig vier Güterzüge pro Tag auf der Schwarzatalbahn mit teilweise 50 Achsen. Bei Bedarf wurden noch weitere Güterzüge eingesetzt. Mit dem Rückgang des Gütertransportaufkommens reduzierte sich auch der Güterverkehr. Seit 1994 verkehren auf der Schwarzatalbahn keine Güterzüge mehr.
Bis Mai 1990 verkehrte bis Katzhütte das Schnellzugpaar D 900 und D 903 von und nach Dresden über Gera. Dieses Schnellzugpaar wurde auf der Schwarzatalbahn von Lokomotiven der Baureihe 118.2-8 befördert und war die hochwertigste Planleistung auf dieser Strecke. Danach fuhr dieser Zug nur noch bis Bad Blankenburg.

Hier ein paar Notizen, die ich freundlicherweise von Klaus Gottschling erhalten habe.

Bis mindestens Ende der 1980er Jahre gab es einen Zug, der im Sommerfahrplan Sa + So von Leipzig nach Katzhütte und zurück gefahren ist. Der Zug bestand aus Bghw und Eilzugwagen. Zeitweise wurde in Camburg Lokwechsel gemacht. Zu anderen Zeiten fuhr die BR 118.6-8 (6-achsig) durch.
Anfang der 70er Jahre gab es auch Urlauberzüge von Leipzig.
Ich kann mich noch dunkel erinnern, daß ich Anfang der 1970er Jahre mit meinen Eltern zum Urlaub in Meuselbach mit einem solchen Zug gefahren bin. Es wurden vierteilige Doppelstockeinheiten und V180 eingesetzt.

 

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