Geschichte

Montag, 16. Dezember 2002 / Oberweißbach (OTZ/H.E.)

Wieder freie Fahrt auf der Bergbahn

"Freie Fahrt" heißt es seit gestern wieder auf der 1360 Meter langen Strecke der Oberweißbacher Bergbahn.

Nach einjähriger umfassender Sanierung verkehren jetzt wieder täglich zwischen 5.30 und 20.07 Uhr im Halbstundentakt die beiden Waggons zwischen der Talstation in Obstfelderschmiede und der Bergstation in Lichtenhain. In 18 Minuten Fahrzeit bei einer Geschwindigkeit von 5,5 Kilometern pro Stunde überwindet die Bahn bei einer Neigung von bis zu 25 Prozent einen Höhenunterschied von 323 Metern. Das bringt ihr bis heute den Titel steilste Standseilbahn der Welt zur Beförderung von Normalspurwagen ein.

Bergbahnbediener Mario Ehrlich (rechts) erläutert einem Fahrgast technische Details. (Foto: OTZ/ Heike Enzian)

 

Wenngleich sich an Streckenführung und äußerem Erscheinungsbild abgesehen von einer optischen Auffrischung kaum etwas verändert hat, so ist das Innenleben der Bahn heute ein vielfach moderneres. Die Bahn ist mit ausgeklügelter Sicherheitstechnik ausgestattet. 15 Millionen Euro sind für die Sanierung der Strecke geflossen, das Land Thüringen hat das Vorhaben mit 6,9 Millionen Euro gefördert.

Darin eingeschlossen sind die Kosten für die Wiedereinrichtung der 25 Kilometer langen Strecke der Schwarzatalbahn zwischen Rottenbach und Katzhütte, die zeitgleich nach zweijähriger Pause wieder in Betrieb genommen wurde und täglich zwischen 5.30 und 19.30 Uhr im Stundentakt fährt. Damit erwartet den Bahnreisenden in der Schwarzatalregion ein durchgängig abgestimmtes Bahnkonzept, das zudem mit einem attraktiven Kombi-Ticket schmackhaft gemacht wird, das neben Berg- und Schwarzatalbahn auch die angrenzenden Buslinien einschließt und einen ganzen Tag gilt. Mit der Wiederinbetriebnahme der Bergbahn bekommt das obere Schwarzatal seine größte Touristenattraktion wieder. Was sie für die umliegenden Orte bedeutet, war in dem Jahr Zwangspause zu spüren, als die Zahl der Touristen spürbar zurück ging. Jetzt erhofft sich die Region einen Aufschwung.

Viele sind bereit, dazu selbst attraktive Angebote beizusteuern. Das zeigte sich am gestrigen Tag: Vereine, Händler, Gastronomen, Museen und Einrichtungen hatten entlang der Strecke überall zu Festen eingeladen und freuten sich über hunderte Besucher.

15.12.2002

raanzer.de