Strecke

 

1. Die Strecke von Rottenbach nach Katzhütte

 

2. Die stillgelegte Strecke von Köditzberg nach Königsee

 

3. Streckendaten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Die Strecke von Rottenbach nach Katzhütte

Die 25 km lange Schwarzatalbahn von Rottenbach nach Katzhütte wurde in 3 Etappen eröffnet. Der erste Abschnitt Rottenbach-Köditzberg-Königsee wurde am 16.12.1899, der zweite Abschnitt Köditzberg-Sitzendorf am 27.6.1900 und der dritte Abschnitt Sitzendorf-Katzhütte am 18.8.1900 eröffnet. Bis es zum Bau der Schwarzatalbahn kam, waren jedoch einige Hindernisse überwunden werden. Das lag weniger an staatlichen Stellen, als vielmehr an den Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt, die im unteren Teil des Schwarzatals ihr Jagdrevier hatte. So kam es, dass die Schwarzatalbahn hinter Rottenbach vom Schwarzatal abzweigt und sich, wie sollte es anders sein im Thüringer Wald, bis Bechstedt-Trippstein den Berg hinaufwindet. Der übrige Teil der Strecke weist keine größeren Steigungen mehr auf. Entlang der Schwarza mussten etliche Brücken gebaut werden, um die Strecke ohne größere Aufwendungen bauen zu können. Vorgesehen war ursprünglich eine Weiterführung der Strecke von Katzhütte nach Großbreitenbach, die jedoch wegen des zu großen technischen Aufwandes nicht realisiert wurde. So viel zu Geschichte der Schwarzatalbahn.

Von Bad Blankenburg kommend fahren wir über Quittelsdorf nach Rottenbach. Hier zweigt jetzt im Tal der Rinne die eigentliche Schwarzatalbahn nach Katzhütte ab. Bis Köditzberg steigt die Strecke an, so dass unsere Zuglok ganz schön zu arbeiten hat.
Zwei Lokomotiv-Baureihen sind heute auf dieser recht bergigen Strecke zu Hause. Zum einen ist das die starke BR 204 (die DR V 100) und zum anderen die etwas schwächere BR 219 (das U-Boot der DR). Je nach Umlauf und Betriebsaufkommen wird eine der beiden Baureihen eingesetzt, wobei die BR 204 (die stärkere Variante der BR 202) zu dieser Nebenbahn am besten paßt.
In Köditzberg zweigte früher die Eingangs erwähnte Strecke nach Königssee ab. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Die Fahrt geht weiter nach Schwarzburg (385m ü.d.M.). Der Schwarzburger Bahnhof mit seinem malerischen Empfangsgebäude liegt etwas oberhalb der Stadt und so hat man an baumfreien Stellen einen schönen Blick auf die im Tal liegende Ortschaft. Auf einem kleinen Hügel gelegen, thront über der Stadt die gleichnamige Burg aus dem 12. Jahrhundert. Sie war bis in das 19. Jahrhundert der Sitz des reichsten thüringischen Adelsgeschlets, der Schwarzburger. Heute sieht sie jedoch sehr verfallen aus. Schon zu DDR - Zeiten gab es Gerüchte von der Restaurierung der Burg, die sich aber bis heute nicht bewahrheitet haben.

Ab Schwarzburg geht die Fahrt bergab in das romantische Schwarzatal zu dem kleinen Bahnhof Sitzendorf-Unterweisbach. Sehenswert ist hier der urige Wasserturm, dem jedoch seit einiger Zeit der dazugehörige Wasserkran fehlt. Entlang der Schwarza, die auf zahlreichen Brücken immer wieder überquert wird, fährt der Zug vorbei an dem Haltepunkt Obstfelderschmiede (Beginn der Oberweißbacher Bergbahn) nach Katzhütte (430m ü.d.M.). Umgeben von hohen Bergen wie dem Rosenberg (730m) und dem Wurzelberg (867m) ist Katzhütte der Endpunkt der Schwarzatalbahn.
Nach einigen Minuten Aufenthalt fahren wir mit dem gleichen Zug wieder zurück.

 

2. Die stillgelegte Strecke von Köditzberg nach Königsee

Den Personenverkehr auf dieser Strecke stellte die Deutsche Reichbahn am 1. August 1964 ein und den Gesamtverkehr am 31. Dezember 1973. Danach wurde die Strecke kurze Zeit darauf abgebaut. Vom ehemaligen Bahnhof Köditzberg kommend ist der Verlauf der Strecke noch gut zu erkennen. Bahnschienen, die senkrecht aus der Erde ragen weisen den Weg.
Anfangs führt die Trasse durch einen Einschnitt, doch im weiteren Verlauf ist ein leichter Damm zur Weiterführung aufgeschüttet worden. Die bisher relativ freie Trasse wird zunehmend von jungen Bäumen und Sträuchern bewachsen. Die Natur erobert sich ihr Reich zurück.
Etwa einen Kilometer vor dem ehemaligen Haltepunkt Unterköditz überquerte die Strecke die Landstraße nach Allendorf. Der dazu notwendige Viadukt ist jedoch 1990 abgebaut worden. Die Dammaufschüttung auf der Köditzberger Seite des Viaduktes ist noch zu sehen, während die Gegenseite zur besseren Bewirtschaftung der angrenzenden Felder eingeebnet wurde. Die Trasse wird auf dieser Seite durch einen Einschnitt zwischen den Feldern weitergeführt.
Durch den jetzt freien Verlauf
musste die Strecke im Winter gegen Schneeverwehungen gesichert werden. Hierzu wurde auf der in Fahrtrichtung linken Seite eine Schneeschutzwand errichtet. Sie ist heute noch erhalten und besteht aus Stahlbetonplatten, die zwischen alte Eisenbahnschienen aufgestellt wurden.
Über das Feld führt die Trasse weiter nach Unterköditz. Kurz vor dem ehemaligen Haltepunkt wird ein Feldweg überquert. Vom eigentlichen Haltepunkt ist heute nichts mehr erkennbar. Er besaß auch nur ein Durchfahrgleis. Baulich bestand er aus einem Bahnsteig, einer kleinen Wartehalle und einer Fernsprechbude.
Hinter dem Haltepunkt querte die Strecke die Landstraße von Unterköditz nach Aschau. Dieser Bahnübergang war durch Andreaskreuze gesichert. Außerdem hatte der Lokführer auf Grund des Signals „LP" durch „Läuten und Pfeifen" die Passanten und Fahrzeuge zu warnen.
Weiter verläuft die Trasse durch Felder in Richtung Oberköditz. Sie ist heute ein Feldweg. Kurz vor dem Ort quert die Trasse eine Straße. Der frühere Bahnübergang war durch Andreaskreuze gesichert. Die Reste eines der Kreuze sind noch erhalten geblieben. Jetzt steigt die ehemalige Strecke leicht bergan und führt weiter in Richtung Königsee entlang von Feldern. Die Trassenführung ist heute nur noch schwer nachvollziehbar. Nur ein paar senkrecht im Boden steckende Schienen deuten ab und zu ihren Verlauf an.
Kurz vor Königsee ist auf dem Gebiet der ehemaligen Streckenführung ein Industriegebiet entstanden. Somit sind alle Spuren der Bahnlinie verschwunden. Das ehemalige Bahnhofsgebäude und die Bahnsteigüberdachung des Bahnhof Königsee ist dagegen noch erhalten und beherbergen heute den kommunalen Busverkehr.

 

3. Streckendaten 

Rottenbach - Köditzberg - Königsee

6,88 km

Eröffnung: 16.12.1899

Köditzberg - Sitzendorf

8,16 km

Eröffnung: 27.06.1900

Sitzendorf - Katzhütte

14,29 km

Eröffnung: 18.08.1900

 

Stillegungen

 

Köditzberg - Königsee

01.08.1964 (Reiseverkehr)

Köditzberg - Königsee

31.12.1973 (Güterverkehr)

 

Bahnhof / Haltepunkt / Blockstelle

km

Rottenbach

0,00

Köditzberg

2,48

Bechstedt-Trippstein

4,81

Schwarzburg

7,36

Sitzendorf-Unterweißbach

10,64

 

Obstfelderschmiede

14,41

Mellenbach-Glasbach

16,44

Zirkel

18,38

Meuselbach-Schwarzmühle

22,01

Katzhütte

24,93

 

 

Köditzberg

0,00

Köditz

1,05

Königsee

4,60


 

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