Strecke

Die Bahnhöfe & Haltepunkte

 

I. Rottenbach -> www.gemeinderottenbach.de

Im Bahnhof Rottenbach an der Strecke Arnstadt-Saalfeld zweigt die Strecke nach Katzhütte ab. Entsprechend seiner Bedeutung verfügt der Bahnhof über verschiedentliche Behandlungsanlagen. Da hier ein Teil der auf der Schwarzatalbahn eingesetzten Lokomotiven beheimatet war, finden wir in Rottenbach einen kleinen Lokbahnhof, wie es früher hieß. Zuletzt war das kleine Bahnbetriebswerk eine Einsatzstelle des Bahnbetriebswerkes Saalfeld.
Das Bahnbetriebswerk selbst besteht aus einem zweiständigen Rechtecklokschuppen nebst der für den Betrieb der Dampflokomotiven erforderlichen Behandlungsanlagen. Dazu zählen die Bekohlungsanlage, Wasserkräne und Arbeitsgruben. Bis etwa 1965 war vor dem Lokschuppen eine kleine Drehscheibe. Nachdem das Bw aufgegeben wurde, wurde sie demontiert. Heute beherbergt der Lokschuppen die Bahnmeisterei mit ihren Fahrzeugen und die ehemalige Signal- und Fernmeldemeisterei.
Gegenüber des Lokschuppens steht ein Stellwerk, von dem aus neben den Weichen und Signalen auch die Vollschranken des Bahnübergangs der Schwarzatalbahn bedient werden. Ursprünglich war dies das Wärterstellwerk. 1954 wurde neue Stellwerkstechnik eingebaut. Gleichzeitig damit wurde das Stellwerk zum Befehlsstellwerk. Es trägt heute die Bezeichnung B 1.
Das Empfangsgebäude ist der Bedeutung entsprechend großzügig gehalten. Direkt am Empfangsgebäude ist der Güterschuppen angebaut. Dahinter finden sich eine Ladestraße und mehrere Gleise für Güterwagen.
Auf dem Bahnhofsvorplatz findet sich gegenüber dem Empfangsgebäude ein heute nicht mehr genutztes Verwaltungsgebäude. Weiterhin wurden an der Zufahrt zur Ladestraße bahneigene Garagen aufgebaut.
Ein weiteres Stellwerk findet sich am anderen Ende des Bahnhofs in Richtung Saalfeld. Es fungiert derzeit als Wärterstellwerk und trägt die Bezeichnung W 2. Für 1998 ist ein Bahnhofsumbau vorgesehen, der dieses Stellwerk überflüssig macht. Zentrale Schaltstelle wird das Befehlsstellwerk B 1.
Hervorzuheben ist die heute noch vorhandene Signalbrücke im Bahnhof Rottenbach, an der das Ausfahrsignal für die Strecke nach Katzhütte angebracht ist.
Der Bahnhof Rottenbach verfügt über drei Bahnsteiggleise. Eines davon führt am Hausbahnsteig, die zwei anderen am Inselbahnsteig entlang. Der Inselbahnsteig ist mit dem Hausbahnsteig durch eine Unterführung verbunden. Auf ihm befindet sich ein etwa 50 Meter langes Bahnsteigdach, dass auf sechs T-förmigen Säulen ruht, die aus genieteten Flachstählen hergestellt wurden.
Für die Bahnbediensteten wurden entlang der Hauptstraße durch den Ort (heute Bundesstraße 88) sechs Wohnhäuser mit separaten Toiletten- und Stallgebäude im Hof, errichtet. Zwei Häuser stehen etwa auf Höhe des Stellwerkes W 2 während die anderen vier Häuser etwa im Bereich des Empfangsgebäudes gebaut wurden.

 

II. Köditzberg

Im ehemaligen Bahnhof Köditzberg zweigte die Strecke nach Königsee ab. Die Struktur der Bahnhofs- bzw. Gleisanlagen ist noch gut nachvollziehbar. Der Bahnhof besaß einen Haus- und einen Inselbahnsteig, sowie ein Lade- und Umfahrgleis. Zur Sicherheit war die Einfädelung der Strecke von Königsee durch eine Schutzweiche mit anschließendem Schutzgleis versehen.
Als Kreuzungs- bzw. Abzweigbahnhof hatte Köditzberg eine große Bedeutung für die Str
ecke. Das sieht man auch an den Bahnhofsbauten. Das Empfangsgebäude ist größer als die übrigen Empfangsgebäude der Strecke, sieht man einmal von dem Repräsentationsbahnhof Schwarzburg ab. Am Empfangsgebäude sind noch die Bahnhofsschilder „Köditzberg" vorhanden. Auch die Anschriften „Fahrkarten" und „Wartesaal" sind noch zu erkennen.
An das Gebäude schließt sich ein kleiner Güterschuppen an, der über eine beidseitige Rampe (Schiene und Straße) sowie über eine Auffahrt verfügt und so für ein mittleres Verkehrsaufkommen ausgelegt ist.
Das Obergeschoß des Empfangsgebäudes bietet ausreichend Platz für eine große Familie. Auch der Stall, der Schuppen und der großzügig angelegte Garten sind für die Selbstverpflegung des Bahnhofsvorstehers und seiner Familie bestens geeignet. Vermutlich in den Jahren 1995/96 sind neue Fenster und Türen eingebaut worden.
Der kleine Schuppen neben dem Empfangsgebäude wird heute nur noch zur Lagerung von Lattenzäunen und für Altpapier genutzt. Zwischen dem Altpapier liegt auch noch das Gehäuse der alten Bahnhofsuhr des Empfangsgebäudes. Im daneben liegenden Stall sind noch alte Kaninchenställe erhalten, ansonsten ist er heute unbenutzt. Hinter dem Stall lagert eine Menge Schrott, darunter befindet sich unter anderem ein alter Lampenschirm der Bahnhofsbeleuchtung. Zwei Stümpfe der alten Bahnhofsbeleuchtung befinden sich im Bereich des Stalls und des Schuppens.
Zwischen Schuppen und Empfangsgebäude ist das ehemalige Gasflaschenlager in den Berg gebaut. 1997 waren hier nur noch alte Mopedteile zu finden.

 

III. Bechstedt-Trippstein

Der Haltepunkt Bechstedt-Tripstein befindet sich ca. 2,5 Kilometer östlich des Ortes Bechstedt und besitzt ein Empfangsgebäude und ein Toilettenhäuschen. Zwischen beiden Gebäuden spenden zwei stattliche Kastanien Schatten. In ihrer Mitte steht noch der Stumpf einer abgesägten Kastanie.
Das Empfangsg
ebäude diente vermutlich in früheren Jahren als Wohnung des Bahnbediensteten. Heute wird es bis auf einen kleinen Anbau, der den Wartesaal und den Fahrkartenverkauf beherbergte, privat benutzt. Der Wartesaal und Fahrkartenverkauf sind heute geschlossen.
Der Haltepunkt verfügt über einen etwa 150 m langem Bahnsteig, in diesem Bereich finden sich die Kilometersteine 4,8 und 4,9.
Die am Haltepunkt die Bahn kreuzende Straße nach Bechstedt wird durch zwei Andreaskreuze gesichert. Die Höchstgeschwindigkeit für Züge beim Befahren des unbeschrankten Bahnübergangs wird durch Geschwindigkeitstafeln auf 20 km/h begrenzt.

 

IV. Schwarzburg -> www.fvv-schwarzburg.de

Der Bahnhof Schwarzburg wurde im März 1987 zum Haltepunkt zurückgebaut. Er liegt in einer von einer kurzen Zwischengerade unterbrochenen Linkskurve mit ca. 180 Meter Radius. Im Bereich des Bahnhofs Schwarzburg steht der Kilometerstein 7,4.
Das 1900 fertiggestellte Empfangsgebäude ist das aufwendigste der Strecke. Das Dach ist mit farbig glasierten Ziegeln gedeckt. Für die Schwarzburger Fürsten wurde an der Westseite ein extra Anbau errichtet. 1907 wurde die bis dahin zur Straßen- und Bahnsteigseite offene Wartehalle zum besseren Wetterschutz geschlossen und mit Fenstern versehen. Ebenfalls wird ein zweites Gleis als Kreuzungsgleis eingebaut und Signale aufgestellt. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges werden zwei weitere Gleise eingebaut, wobei das eine als Auszieh- und Aufstellgleis und das zweite als Ladegleis dient. Das Ladegleis wurde vorrangig zur Entladung von Kohlen und ähnlichen Gütern zur Versorgung des Ortes genutzt. Auf Grund des Bahnhofsplateaus ist es nur für zwei Wagenlängen ausreichend.
Der Güterschuppen wurde 1909 um 4m und 1930-31 um weitere 6 m erweitert. Zur gleichen Zeit wird eine hölzerne Bahnsteigüberdachung vor dem Güterschuppen angebaut.
Das Empfangsgebäude ist seit dem 1. Juni 1992 geschlossen. Auch der Fahrkartenverkauf wurde eingestellt. Auf Grund des gesunkenen Verkehrsaufkommens wurde das Bahnsteiggleis überflüssig und durch die Herausnahme von je 2 m Schienenprofil am Anfang und Ende des Bahnsteigs 1994 stillgelegt.
Die Ein- und Ausfahrtsweichen sind mit Weichenschlössern verriegelt. Somit ist nur noch das Durchfahrtgleis nutzbar.
Der Hausbahnsteig ist 90m lang, wobei die Bahnsteigkante bereits am vor dem Empfangsgebäude stehenden Stallgebäude beginnt. Der Bahnsteig am Durchfahrgleis hat eine Länge von 183 m und ist über drei Bohlenüberwege vom Hausbahnsteig aus erreichbar. Die Beleuchtung des Bahnsteiges erfolgt durch acht Pilzlampen mit Betonmasten.
Die Ein- und Ausfahrtsweichen sowie das Bahnsteiggleis sind mit Stahlschwellen aufgebaut. Am Durchfahrgleis befinden sich rechts noch drei Spannwerke für die Seilzüge der Ein- und Ausfahrweichen sowie für das Einfahrsignal aus Richtung Rottenbach. Zwei dieser Spannwerke sind mit Betongewichten, das dritte mit Stahlgewichten ausgestattet.

 

V. Sitzendorf-Unterweisbach -> www.sitzendorf.de

Der Bahnhof Sitzendorf-Unterweißbach ist der betriebliche Mittelpunkt der Strecke. Zusammen mit den Bahnhöfen Rottenbach, Mellenbach-Glasbach und Katzhütte ist er heute einer der wenigen besetzten Bahnhöfe der Strecke. Bis etwa 1994 war hier der Sitz der Bahnmeisterei. Sie ist heute aufgelöst. Die Unterkünfte sind verlassen und verfallen mit der Zeit.
Der Bahnhof besitzt mehrere technikgeschichtlich interessante Bauwerke und Einrichtungen.
Als erstes wäre das inzwischen stillgelegte Anschlußgleis zur heutigen Firma Hafermann-Bau zu nennen. Es ist mit einer einseitigen Dreiwegweiche an die Bahnhofsgleise angeschlossen. Diese Weichenform wird heute nicht mehr verwendet.
Bis auf diesen Anschluß sind noch alle Gleise des Bahnhofes erhalten und betriebsfähig.
Ebenfalls beachtenswert sind die vorhandenen Güterverkehrsanlagen. Neben einem kleinen Unterstellschuppen für einen Schwerkleinwagen (Skl) findet sich hier auch eine Gleiswaage. Früher war kurz davor ein Lademaß aufgestellt, welches ca. 1995 abgebaut wurde. Ein langes Ladegleis mit einer entsprechenden Ladestraße ist ebenfalls vorhanden. An Stelle der heutigen Weiche 13 muss früher einmal eine Doppelkreuzungsweiche eingebaut gewesen sein. Darauf weist die Nummerierung der Weichen hin.
Am Bahnsteig dominiert der Wasserturm die Szenerie. Sein Bau war erforderlich, da die kleinen Tenderlokomotiven bei
der Fahrt von Rottenbach nach Schwarzburg durch die immensen Steigungen schon einen Großteil ihres Wasservorrates verbraucht hatten und hier wieder mit Frischwasser versorgt werden mussten. So finden wir dann auch am Ende des Bahnsteiges noch die Überreste eines Wasserkranes. Heute ist die Wasserentnahmestelle umgebaut, so dass die Diesellokomotiven ihren Wasservorrat an Speisewasser für die Heizkessel ergänzen können.
Neben dem Empfangsgebäude steht ein kleines Aufenthaltshäuschen für die Bahnhofsarbeiter, dass zuletzt von der Bahnmeisterei genutzt wurde. Daneben befindet sich eine Wellblechbude zur Unterstellung der Werkzeuge.
Noch vor der Ausfahrweiche kreuzt eine Straße die Bahnanlagen. Dieser Bahnübergang ist mit einer handbedienten Vollschrankenanlage gesichert. Neben der Bedieneinrichtung für die Schrankenanlage, steht eine Wellblech-Fernsprechbude.
Die im Empfangsgebäude untergebrachte Hebelbank ist Bauart „Jüdel". Die Firma „Jüdel & Co." wurde 1869 als Signalbauanstalt in Braunschweig gegründet und firmiert seit 1873 unter dem erwähnten Namen „Jüdel und Co." Sie war der erste deutsche Hersteller von Signalanlagen. Die Halbschranken an der Ausfahrt Richtung Schwarzburg stammen von WSSB Berlin.

Der 1. Rudolstädter Modellbahnclub hat den Bahnhof Sitzendorf im Modell 1:87 (H0) nachgebaut.

 

VI. Obstfelderschmiede

Der Haltepunkt Obstfelderschmiede im Kilometer 14,41 ist Übergang zur steilsten Standseilbahn der Welt (250 ‰ Steigung), mit der auch regelspurige Fahrzeuge (Wagen und Triebfahrzeuge) transportiert werden können, der Oberweißbacher Bergbahn. Deshalb ist hinter dem Haltepunkt bei Kilometer 14,63 die mit einem Weichenschloß verschlossene Anschlußweiche zur Übergabestelle der Bergbahn eingesetzt. Das hier entgegengesetzt zur Fahrtrichtung abzweigende Gleis teilt sich in das Übergabe- und Übernahmegleis mit je 63 m Länge auf. Beide Gleise münden in einer Drehscheibe mit einem Durchmesser von 8,50 m. Sie ist der direkte Übergabepunkt der Güterwagen von der Schwarzatalbahn zum Weitertransport auf der Oberweißbacher Bergbahn. Von hier aus geht es mit der Standseilbahn zur Bergstation Lichtenhain. Ab da können sie auf der Flachstrecke weiter nach Cursdorf transportiert werden.
Zum Bewegen der Waggons wurde eine Seilzuganlage verwendet. Davon zeugen heute noch mehrere Seilzugrollen. Eine weitere Besonderheit ist die Weiche 2. Hier handelt es sich um eine ältere Bauform, die noch mit Gelenkzungen im Gegensatz zu den heute üblichen Federzungen ausgerüstet ist.

Detailierte Informationen zur Oberweisbacher Bergbahn finden Sie unter www.oberweissbacher-berg-und-schwarzatalbahn.de.

 

VII. Zirkel

 

Der Haltepunkt Zirkel wird heute als Betriebsstelle nicht mehr genutzt. Das Empfangsgebäude dient als Wohnung. Es befindet sich äußerlich in einem ausgezeichnetem Zustand. Auf dem in Kurvenlage befindlichen Bahnsteig mit eine Länge von etwa 120 Metern steht noch eine gußeiserne Wasserpumpe. Beschattet wird der Bahnsteig durch zwei stattliche Kastanien.
Auf der Gleisseite des Empfangsgebäudes ist ein Signalfernsprecher angebracht.

 

 

 

VIII. Mellenbach-Glasbach -> www.mellenbach-glasbach.eu

 

Der heutige Bahnhof Mellenbach-Glasbach war zur Streckeneröffnung nur als Haltepunkt konzipiert. Als solcher besaß er 1 Durchfahrgleis (Gleis 1) und ein Ausweichgleis (Gleis 2). Vom Gleis 2 zweigte Richtung Katzhütte das Ladegleis zur Rampe am Empfangsgebäude ab. In Richtung Rottenbach zweigte ein Abstellgleis ab. Insgesamt besaß der Haltepunkt 4 Weichen, wobei die Ein- und Ausfahrweichen über Seilzüge bedient werden. Außerdem besaß er 1 Empfangsgebäude mit Anbau (für die Gleisstelleinrichtung), eine große Laderampe mit Auffahrt und ein Abortgebäude. Doch schon im August 1900 wurde die Erweiterung des Bahnhofs geplant. Hinzu kam ein Güterschuppen und ein drittes Gleis, welches als Durchfahrgleis aus Richtung Katzhütte genutzt werden sollte. Hierdurch ergab sich auch eine Umnummerierung von Gleis 2. Da jetzt ein zweites Hauptgleis existierte bekam dieses die Nr. 2 und das ehemalige Ausweichgleis 2 bekam die Nr. 3. Zwischen Gleis 1 und dem jetzigen Gleis 2 wurde ein Mittelbahnsteig eingerichtet, um den Passagieren den Zugang zu den Zügen in Richtung Rottenbach zu ermöglichen. In der Zeit zwischen August 1900 und April 1912 wurde auf der großen Laderampe ein Güterschuppen errichtet und neben dem Abort wurde noch ein Nebengebäude gebaut. Im km 16,33 wurde an Gleis 2 in Richtung Katzhütte eine weitere Weiche für zwei Anschlußgleise zur Firma Fischer eingebaut. Die Reste dieses Abzweigs sind heute noch zu erkennen. Zwischen diesen beiden Anschlußgleisen gab es eine Ladebühne.
Das Empfangsgebäude beherbergt in seinem inneren neben dem Stellwerk auch noch eine Fahrkartenausgabe sowie einen Wartesaal. Im Wartesaal konnten wir noch einen großen, gußeisernen Ofen und einen eisernen Kleiderständer ausmachen. Der Ofen ist im oberen Teil mit filigranen Verzierungen versehen. Ofen und Kleiderständer sollten unbedingt als historische Zeitzeugen erhalten werden.
Die obere Etage des Empfangsgebäudes dürfte ursprünglich die Wohnung des Bahnhofsvorstehers gewesen sein. Heute hinterlassen diese Räumlichkeiten einen ungenutzten Eindruck.
Neben dem Empfangsgebäude findet sich noch das Abortgebäude und ein Bau, der zuletzt von der Bahnmeisterei als Abstellschuppen genutzt wurde. Leider ist dieses Ensemble von der Gleisseite her so zugewachsen, dass man von der wunderschönen Architektur dieser Bauwerke nichts mehr sehen kann. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Bewuchs entfernt würde.
Bis heute wird der Bahnhof noch zur Zugkreuzung genutzt und ist aus diesem Grund auch noch in technischer Hinsicht als Bahnhof in Betrieb. Sämtliche baulichen Anlagen des Bahnhofes sind noch in Ordnung, lediglich die Schalterhalle und der Warteraum sind geschlossen.
Eine Doppelkreuzungsweiche in der Bahnhofseinfahrt ist in Durchfahrtstellung festgelegt. Auch sämtliche Rangiergleise werden nicht mehr bedient. Im Gegensatz zum ehemaligen Bahnhof Schwarzburg sind sie aber nicht durch Herausnahme von Gleisstücken unbrauchbar gemacht.

 

IX. Meuselbach-Schwarzmühle

 

Am Kilometer 21,9 beginnend liegt der Haltepunkt Meuselbach-Schwarzmühle. Er besteht nur aus einem Durchfahrgleis mit einem etwa 120 Meter langen Bahnsteig und einer hölzernen Wartehalle. Es ist das kleinste, dafür aber auch das schönste Gebäude dieser Strecke und es wäre schade, wenn es weiterhin dem Verfall preisgegeben wäre. In diesem Gebäude sind der Wartesaal, ein Dienstraum, der früher sicher durch den Schrankenwärter genutzt wurde, und ein Abort untergebracht. Der Abort ist heute aufgebrochen und macht einen sehr verwahrlosten Eindruck. Der Warteraum ist heute leer, als einziges ist im Dienstraum noch ein Teil der Einrichtung erhalten geblieben. Leider ist aber auch hier einiges verwüstet worden. Glücklicherweise ist die Tür gut verriegelt und die Fenster sind mit Gitterstäbe gesichert. So könnte man dieses Bahnhofsgebäude mit vergleichsweise geringem Aufwand wieder restaurieren und hier eventuell eine kleine Ausstellung über die Strecke der Schwarzatalbahn unterbringen. Oberhalb des Haltepunktes liegt ein Hotel mit Restaurant. Somit kommen ständig Gäste und Wanderer hier vorbei. Ebenso kann man diesen Haltepunkt als Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des Schwarzatales wählen.

 

X. Katzhütte -> www.gemeinde-katzhuette.de

 

Der Endbahnhof der Schwarzatalbahn liegt bei Kilometer 24,5. Er ist der einzige Bahnhof, bei dem sämtliche Weichen handbedient sind. Nur die signal- und sicherheitstechnische Verriegelung der Weichen erfolgt über Seilzugdrähte.
Bautechnisch ist der Bahnhof weitgehend in seinem ursprünglichen Aussehen erhalten geblieben. Lediglich der einständige Lokschuppen gegenüber des Bahnsteiges ist heute nicht mehr erhalten. Jedoch kann man an Hand der Gleise und der Grundmauern noch seinen genauen Standort ausmachen.
Auf einem Teil des Bahnhofesgeländes befindet sich heute der Brennstoffhandel Jahn, dessen Hauptsitz in Oberweißbach ist.
Aus aufgefundenen Unterlagen geht hervor, dass regelmäßig Arbeiten zur Erhaltung der Bahnanlagen unternommen wurden. So teilt die Bahnmeisterei Sitzendorf den Bahnhof Katzhütte betreffend am 10. Juli 1953 mit, dass die Lager der Eisenschwellen des Gleises 5 unbrauchbar geworden sind und das Gleis auf Grund der dadurch aufgetretenen Spurerweiterung gesperrt wird. Die Schwellen wurden danach durch Holzschwellen ausgetauscht.
Interessant auch die Mitteilung vom 20. Juli 1953, die wir in alten Unterlagen aufgefunden haben. Hier heißt es, dass das Gleis 1 um 6m verlängert werden soll. Da für diese Verlängerung Baugrund im Wert von ca. 300 DM nötig ist, soll die Verlängerung durch Zurücklegung der Weiche 9 und Verschiebung der Weiche 7 realisiert werden. Die dazu notwendigen Arbeiten sollen im Rahmen der für 1954 geplanten Weichenauswechslung erfolgen.
In der gleichen Mitteilung werden auch Bedenken gegen den Einsatz von Loks der BR 58 angemeldet, da diese Loks den Oberbau der zahlreichen 180m Kurven negativ beeinträchtigen würden.

 

raanzer.de