Strecke

VIII. Mellenbach-Glasbach -> www.mellenbach-glasbach.eu

 

Der heutige Bahnhof Mellenbach-Glasbach war zur Streckeneröffnung nur als Haltepunkt konzipiert. Als solcher besaß er 1 Durchfahrgleis (Gleis 1) und ein Ausweichgleis (Gleis 2). Vom Gleis 2 zweigte Richtung Katzhütte das Ladegleis zur Rampe am Empfangsgebäude ab. In Richtung Rottenbach zweigte ein Abstellgleis ab. Insgesamt besaß der Haltepunkt 4 Weichen, wobei die Ein- und Ausfahrweichen über Seilzüge bedient werden. Außerdem besaß er 1 Empfangsgebäude mit Anbau (für die Gleisstelleinrichtung), eine große Laderampe mit Auffahrt und ein Abortgebäude. Doch schon im August 1900 wurde die Erweiterung des Bahnhofs geplant. Hinzu kam ein Güterschuppen und ein drittes Gleis, welches als Durchfahrgleis aus Richtung Katzhütte genutzt werden sollte. Hierdurch ergab sich auch eine Umnummerierung von Gleis 2. Da jetzt ein zweites Hauptgleis existierte bekam dieses die Nr. 2 und das ehemalige Ausweichgleis 2 bekam die Nr. 3. Zwischen Gleis 1 und dem jetzigen Gleis 2 wurde ein Mittelbahnsteig eingerichtet, um den Passagieren den Zugang zu den Zügen in Richtung Rottenbach zu ermöglichen. In der Zeit zwischen August 1900 und April 1912 wurde auf der großen Laderampe ein Güterschuppen errichtet und neben dem Abort wurde noch ein Nebengebäude gebaut. Im km 16,33 wurde an Gleis 2 in Richtung Katzhütte eine weitere Weiche für zwei Anschlußgleise zur Firma Fischer eingebaut. Die Reste dieses Abzweigs sind heute noch zu erkennen. Zwischen diesen beiden Anschlußgleisen gab es eine Ladebühne.
Das Empfangsgebäude beherbergt in seinem inneren neben dem Stellwerk auch noch eine Fahrkartenausgabe sowie einen Wartesaal. Im Wartesaal konnten wir noch einen großen, gußeisernen Ofen und einen eisernen Kleiderständer ausmachen. Der Ofen ist im oberen Teil mit filigranen Verzierungen versehen. Ofen und Kleiderständer sollten unbedingt als historische Zeitzeugen erhalten werden.
Die obere Etage des Empfangsgebäudes dürfte ursprünglich die Wohnung des Bahnhofsvorstehers gewesen sein. Heute hinterlassen diese Räumlichkeiten einen ungenutzten Eindruck.
Neben dem Empfangsgebäude findet sich noch das Abortgebäude und ein Bau, der zuletzt von der Bahnmeisterei als Abstellschuppen genutzt wurde. Leider ist dieses Ensemble von der Gleisseite her so zugewachsen, dass man von der wunderschönen Architektur dieser Bauwerke nichts mehr sehen kann. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Bewuchs entfernt würde.
Bis heute wird der Bahnhof noch zur Zugkreuzung genutzt und ist aus diesem Grund auch noch in technischer Hinsicht als Bahnhof in Betrieb. Sämtliche baulichen Anlagen des Bahnhofes sind noch in Ordnung, lediglich die Schalterhalle und der Warteraum sind geschlossen.
Eine Doppelkreuzungsweiche in der Bahnhofseinfahrt ist in Durchfahrtstellung festgelegt. Auch sämtliche Rangiergleise werden nicht mehr bedient. Im Gegensatz zum ehemaligen Bahnhof Schwarzburg sind sie aber nicht durch Herausnahme von Gleisstücken unbrauchbar gemacht.

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