Strecke

V. Sitzendorf-Unterweisbach -> www.sitzendorf.de

Der Bahnhof Sitzendorf-Unterweißbach ist der betriebliche Mittelpunkt der Strecke. Zusammen mit den Bahnhöfen Rottenbach, Mellenbach-Glasbach und Katzhütte ist er heute einer der wenigen besetzten Bahnhöfe der Strecke. Bis etwa 1994 war hier der Sitz der Bahnmeisterei. Sie ist heute aufgelöst. Die Unterkünfte sind verlassen und verfallen mit der Zeit.
Der Bahnhof besitzt mehrere technikgeschichtlich interessante Bauwerke und Einrichtungen.
Als erstes wäre das inzwischen stillgelegte Anschlußgleis zur heutigen Firma Hafermann-Bau zu nennen. Es ist mit einer einseitigen Dreiwegweiche an die Bahnhofsgleise angeschlossen. Diese Weichenform wird heute nicht mehr verwendet.
Bis auf diesen Anschluß sind noch alle Gleise des Bahnhofes erhalten und betriebsfähig.
Ebenfalls beachtenswert sind die vorhandenen Güterverkehrsanlagen. Neben einem kleinen Unterstellschuppen für einen Schwerkleinwagen (Skl) findet sich hier auch eine Gleiswaage. Früher war kurz davor ein Lademaß aufgestellt, welches ca. 1995 abgebaut wurde. Ein langes Ladegleis mit einer entsprechenden Ladestraße ist ebenfalls vorhanden. An Stelle der heutigen Weiche 13 muss früher einmal eine Doppelkreuzungsweiche eingebaut gewesen sein. Darauf weist die Nummerierung der Weichen hin.
Am Bahnsteig dominiert der Wasserturm die Szenerie. Sein Bau war erforderlich, da die kleinen Tenderlokomotiven bei
der Fahrt von Rottenbach nach Schwarzburg durch die immensen Steigungen schon einen Großteil ihres Wasservorrates verbraucht hatten und hier wieder mit Frischwasser versorgt werden mussten. So finden wir dann auch am Ende des Bahnsteiges noch die Überreste eines Wasserkranes. Heute ist die Wasserentnahmestelle umgebaut, so dass die Diesellokomotiven ihren Wasservorrat an Speisewasser für die Heizkessel ergänzen können.
Neben dem Empfangsgebäude steht ein kleines Aufenthaltshäuschen für die Bahnhofsarbeiter, dass zuletzt von der Bahnmeisterei genutzt wurde. Daneben befindet sich eine Wellblechbude zur Unterstellung der Werkzeuge.
Noch vor der Ausfahrweiche kreuzt eine Straße die Bahnanlagen. Dieser Bahnübergang ist mit einer handbedienten Vollschrankenanlage gesichert. Neben der Bedieneinrichtung für die Schrankenanlage, steht eine Wellblech-Fernsprechbude.
Die im Empfangsgebäude untergebrachte Hebelbank ist Bauart „Jüdel". Die Firma „Jüdel & Co." wurde 1869 als Signalbauanstalt in Braunschweig gegründet und firmiert seit 1873 unter dem erwähnten Namen „Jüdel und Co." Sie war der erste deutsche Hersteller von Signalanlagen. Die Halbschranken an der Ausfahrt Richtung Schwarzburg stammen von WSSB Berlin.

Der 1. Rudolstädter Modellbahnclub hat den Bahnhof Sitzendorf im Modell 1:87 (H0) nachgebaut.

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